Bericht der Main Post über den Norit-Cup 2012

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Der Club tanzt in Dettelbach                 

Nachwuchs des 1. FC Nürnberg triumphiert beim U 16-Hallenturnier um den Norit-Cup



Und wie sie sich freuten, die jungen Fußballer der U16-Junioren des 1. FC Nürnberg. Als Sponsor Ralph Peckmann den riesigen Pokal an Nürnbergs Kapitän Christopher Uwacha überreichte, bildeten die Club-Jungs erst einmal einen Kreis, um ihren doch etwas überraschenden Erfolg gebührend zu feiern. Es folgte ein Tänzchen mit anschließenden „Humba täterä“, bei dem zwar gleich einmal der Deckel vom Pokal zu Boden ging, aber ohne Schaden blieb.

Nicht ganz unbeschädigt hatten die Nürnberger das mit dem Nachwuchs von gleich zehn Bundesligisten bestens besetzte Turnier in Dettelbach überstanden. „Wir haben uns richtig ins Turnier rein gesteigert. Vielleicht war es gut, dass wir am Samstagabend so lange spielen mussten. Da konnten wir uns einspielen“, strahlte Nürnbergs Trainer Michael Bischoff später. Über die Zwischenrunde, also im „Nachsitzen“, erreichten seine Jungs die Endrunde, nachdem sie die Vorrunde als Gruppendritter abgeschlossen hatten. Wegen einer Niederlage gegen den VfB Stuttgart und eines Remis gegen St. Pauli musste Nürnberg den Umweg nehmen.

Im Endspiel machte der Club bei seiner 13. Teilnahme in der Maintalhalle kurzen Prozess mit dem absoluten Überraschungsteam von Tennis Borussia Berlin. So schien es wenigstens, denn bereits nach drei Minuten hatten die der wieder einmal kräftig von den Fans angefeuerten Nürnberger Tore von Philipp Hescher und Daniel Bergler vorgelegt. Doch die Berliner zeigten in der Folge, warum sie es bis ins Finale geschafft und dabei auch Bayern München im Halbfinale ausgeschaltet hatten. Als die Berliner gleich nach der Halbzeit auf 2:3 verkürzten, stand die Partie auf der Kippe. Das 4:2, das Daniel Gömmel gelang, kämpfte der Club über die Zeit.

Für Tennis-Borussia-Trainer Dominik Reinhardt stellte das 2:4 im Finale „gar keine Enttäuschung“ dar. „Wir haben immerhin die Bayern geschlagen, als Spieler kann man davon zehren. Ein Turnier mit so hochkarätigen Vergleichen gibt uns viel Selbstvertrauen“, hofft er. Alle seine Spieler stammten aus der Hauptstadt, „viele kommen von unterklassigen Klubs, die noch nicht lange bei uns sind“. Berlin besitze ein riesiges Potenzial an guten Nachwuchsfußballern. Ein Beleg dürfte Patrick Jahn sein, der sich mit zehn Treffern die Torjäger-Kanone sicherte. Vielleicht landet er ja eines Tages beim Hamburger SV, mit dem Tennis Borussia eine Kooperation hat.

Dabei waren die Berliner erst durch die freundliche Hilfe vom TSV 1860 München, der den VfB Stuttgart bezwang, ins Halbfinale eingezogen. Den Löwen nutzte der 1:0-Sieg nicht mehr viel, sie belegten Rang sieben, die Stuttgarter erreichten statt des Halbfinals Platz neun. Ein Beleg für die Ausgeglichenheit des Turniers. „Du kannst ein Spiel deutlich gewinnen, um wenig später doch auszuscheiden“, musste der Trainer des Hamburger SV, Torsten Haase, erkennen. Seine Jungs hatten in letzter Sekunde das 2:2 gegen Berlin kassiert, was nicht zum Weiterkommen ins Halbfinale reichte.

Immerhin sparten sich die Hamburger diesmal die „Besichtigung“ des Dettelbacher Ortsteils Neuses am Berg. „Der Name ist bei uns in Hamburg bestens bekannt, den Ort haben wir uns im Vorjahr angeschaut, als wir nach dem frühen Ausscheiden eine kleine Laufeinheit machten“, verriet Haase. Ihm gefiel es in Dettelbach. „Die Qualität des Turniers, die Unterbringung, was die hier in so einem kleinen Ort abziehen, das ist absolut klasse.“

Nicht ganz zum Turniersieg reichte es für den FC Bayern München, der aber in der Gunst der jungen Autogrammjäger ganz oben stand. Der Reiz des Vergleichs mit den anderen Großen ist es, der auch die Bayern an den Main lockt, wie Trainer Sebastian Dremmler zugab. „Alle Mannschaften hier sind auf hohem Niveau. Da kann man Zehnter, oder Erster werden. Mit dem Halbfinale sind wir zufrieden.“ Den ohne die im 1996er-Jahrgang mitkickenden Söhne der Ex–Profis Mehmet Scholl und Maurizio Gaudino angereisten Münchnern gefiel es so gut in Dettelbach, dass sie ihr Kommen auch fürs nächste Jahr zusagten.

Das hörte Dettelbachs Vorsitzender Stefan Ebel, einst Wegbereiter des Turniers, natürlich gerne. „Ein Dank an Patrick Markert, der das ganze mittlerweile organisiert. Wir haben ein sehr gutes Feedback von den Teilnehmern bekommen. Außer zuschauen und die Siegerehrung halten, musste ich nichts machen. Unsere Helfer hier fiebern regelrecht auf das Turnier, das its toll“, freute es Ebel. Einer seiner vielen Fleißigen im Hintergrund ist Hermann Knötgen, der sich auch dieses Jahr wieder ums Essen für die Turnierteilnehmer kümmerte. „Jeder hat seinen Part, ich kümmere mich eben darum. Wir haben jeden Tag 250 Leute verpflegt. Es ist schön, wenn die Leute zufrieden sind und alles läuft“, sagte er. Neben den warmen Mahlzeiten futterten die Akteure außerdem noch 160 Kilo Bananen, 50 Kilogramm Äpfel und Kuchen.

Quelle: Main Post, Andreas Stöckinger